Squalan ist ein farb- und geruchloses, sehr stabiles Öl, das durch vollständige Härtung (Hydrierung) von Squalen entsteht. [1] Squalen selbst ist ein natürlicher Bestandteil des Hautfetts. [2] In der Pflege dient Squalan als Weichmacher; dass es mehr Feuchtigkeit spendet als andere Öle, zeigen Studien nicht. [3] Ob es Pickel fördert oder verhindert, wurde am Menschen nicht untersucht.
In diesem Artikel
Was ist Squalan?
Squalan ist ein gesättigter Kohlenwasserstoff mit der Formel C30H62. Er entsteht, wenn alle sechs Doppelbindungen des Squalens mit Wasserstoff abgesättigt werden. Die Autoren einer Chemie-Übersicht beschreiben Squalan als farb- und geruchloses, sehr stabiles Öl, das kaum oxidiert und in Kosmetik als Weichmacher weit verbreitet ist. [1]
Squalan kommt in denselben Quellen vor wie Squalen, etwa in Haifischleberöl und in manchen Pflanzenölen. [2] Für die Kosmetik soll es zu über 92 % rein sein, und die Iodzahl, ein Maß für verbliebene Doppelbindungen, soll unter 1,00 liegen, besser unter 0,10. [1]
Auf der Inhaltsliste steht es als „Squalane“; wie du die Liste liest, erklärt der Ratgeber zur INCI-Liste.
Squalen oder Squalan: Wo liegt der Unterschied?
Der Unterschied liegt in den Doppelbindungen. Squalen (C30H50) ist mehrfach ungesättigt und damit anfällig für Oxidation; Squalan ist die gesättigte, stabile Form. [2, 1]
Squalen ist ein eigener Bestandteil des menschlichen Hautfetts (Talg) und macht etwa 13 % davon aus. [2] Zusammen mit Wachsestern gehört es zu den Lipiden, die nur im Talg vorkommen, nirgends sonst im Körper. [6] Der Anteil schwankt: In einer kleinen Studie lag er bei 15 % in der Kontrollgruppe und bei 20 % bei Akne. [7]
Die oft gelesene Aussage „Squalan ist hauteigen“ stimmt also nur über einen Umweg: Im Talg steckt Squalen, nicht Squalan. Die Unterscheidung ist wichtig, denn Befunde zu oxidiertem Squalen gelten nicht automatisch für Squalan.
Squalanöl: Woher kommt es?
Squalanöl wird aus Squalen gewonnen, und dieses stammte jahrzehntelang vor allem aus der Leber kleiner Tiefseehaie. Für eine Tonne Squalen braucht es etwa 3.000 Haie. Heute kommen pflanzliche Quellen hinzu: Rückstände der Olivenölraffination und Zuckerrohr. Egal aus welcher Quelle, am Ende steht ein gehärtetes, verarbeitetes Öl. [1]
Bei diesen Haiarten macht Squalen 40 bis 70 % der Lebermasse aus. Eine Übersicht schätzt, dass für die gesamte Squalen-Nachfrage jährlich drei bis sechs Millionen Tiefseehaie gefangen werden, mit ernsten Folgen für die Meeresökosysteme; der Anteil der Kosmetik ist darin nicht getrennt ausgewiesen. [8] Nach einer Erhebung von 2012 ging etwa 90 % des Haifischleberöls in die Kosmetik, rechnerisch 2,7 Millionen Tiefseehaie pro Jahr; diese Zahlen sind über zehn Jahre alt. [1]
Olivenöl enthält 0,4 bis 0,6 % Squalen; pflanzliches Squalen stammt nicht direkt aus dem Öl, sondern aus Destillaten der Raffination. Beim Zuckerrohr vergärt gentechnisch veränderte Hefe den Zucker zu Farnesen, das anschließend verknüpft und gehärtet wird; das Produkt enthält 92 bis 93 % Squalan. [1]
Ist pflanzliches Squalan besser?
Für die Haut ist kein Unterschied belegt: Eine Studie, die Squalan verschiedener Herkunft auf der Haut vergleicht, gibt es nicht. Auch pflanzliches Squalan ist ein verarbeiteter, gehärteter Stoff und kein naturbelassenes Öl. Die Quelle lässt sich an der Inhaltsliste nicht immer erkennen; Hersteller können sie mit Isotopenanalysen prüfen. [1]
Wer Haie schonen möchte, achtet in der Praxis auf Angaben wie „pflanzlich“ oder „aus Zuckerrohr“. Marktanteile, die ältere Quellen nennen, sind Herstellerschätzungen von 2012 und beschreiben nicht den heutigen Markt.
Was macht Squalan auf der Haut?
Squalan ist ein Weichmacher: Solche Stoffe lagern sich in die Hornschicht ein und machen sie geschmeidiger. Davon unterscheiden sich Feuchthaltemittel, die Wasser in die Oberhaut ziehen, und Okklusiva, die die Oberfläche abdecken. [4] Kontrollierte Studien, die Squalan allein auf Feuchtigkeit oder Wasserverlust untersuchen, fehlen allerdings.
Wie die Hornschicht aufgebaut ist und was sie belastet, erklärt der Ratgeber zur Hautbarriere.
Spendet Squalan Feuchtigkeit?
Nur indirekt, soweit die Daten reichen. In einer kurzen Studie an den Unterarmen von 177 gesunden Freiwilligen wurden 41 Bestandteile in einfachen Öl-in-Wasser-Emulsionen getestet, darunter 20 % Squalan als eines von 15 Ölen. Emulsionen mit einem einzelnen Öl erhöhten die Hautfeuchtigkeit nach drei Stunden im Mittel um 11,8 % und nach sechs Stunden um 7,9 %; zwischen den Ölen gab es keinen signifikanten Unterschied. [3]
Die Studie wurde von einem Kosmetikunternehmen finanziert, dauerte nur sechs Stunden und weist für Squalan kein eigenes Ergebnis aus. Wie eine Creme mit Squalan wirkt, hängt außerdem von der gesamten Formel ab. [9] Feuchtigkeitsspendende Effekte, die eine Übersicht beschreibt, stammen aus Tier- und Laborversuchen. [2]
Schützt Squalan vor Hautalterung?
Dafür gibt es keine Belege am Menschen. In Zellkulturen menschlicher Bindegewebszellen verhinderte Squalan in sehr niedriger Konzentration, dass UVA-Licht oxidativen Stress auslöste und die Kollagenbildung bremste; zudem zeigte es entzündungshemmende Signale. [10] Antioxidative Effekte beschreibt auch eine ältere Übersicht, ebenfalls aus Tier- und Laborversuchen. [2] Ob ein Produkt auf der Haut dasselbe bewirkt, wurde nicht getestet, und die Konzentrationen der Zellkultur lassen sich nicht mit Produktprozenten vergleichen.
Squalan oder Hyaluron: Was passt zu dir?
Squalan oder Hyaluron ist eigentlich keine Entweder-oder-Frage. Squalan ist ein Öl, das die Hornschicht geschmeidig macht; Hyaluronsäure ist ein Feuchthaltemittel, das Wasser bindet. [4] Eine Studie, die beide direkt vergleicht, gibt es nicht. In vielen Routinen stehen beide nacheinander.
Einen indirekten Hinweis liefert die Unterarmstudie: Kombinationen aus Feuchthaltemitteln erhöhten die Feuchtigkeit nach drei Stunden um 28 %, einzelne Öle um 11,8 %. Hyaluronsäure war allerdings nicht unter den getesteten Feuchthaltemitteln; hervor stachen Glycerin und Urea. [3] Daraus folgt nicht, dass Hyaluron „besser“ ist.
| Squalan | Hyaluronsäure | |
|---|---|---|
| Stoffgruppe | Öl, Weichmacher | Feuchthaltemittel |
| Textur | Leicht, ölig | Wässrig bis gelartig |
| Platz in der Routine | Zum Schluss oder in der Creme | Vor der Creme |
Die Einordnung in die Routine ist ein Praxishinweis. Was Studien zu Hyaluronsäure zeigen, steht im Hyaluronsäure-Ratgeber.
Macht Squalan Pickel?
Dazu gibt es keine Studie am Menschen. Die Befunde, die oft zitiert werden, betreffen das hauteigene Squalen und vor allem seine oxidierten Formen, nicht aufgetragenes Squalan. Weder „Squalan verstopft Poren“ noch „Squalan ist nicht komedogen“ ist damit belegt. Beide Aussagen gehen über die Datenlage hinaus.
Mehr Talg gilt als wichtigster Faktor bei der Entstehung von Akne. [6] Einige Talglipide können von sich aus Mitesser fördern. Die Talgbildung selbst verändern laut derselben Übersicht nur bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente, kein Pflegeöl. [11] Im Tierversuch am Kaninchenohr bildete Squalen selbst kaum Komedonen, durch UVA oxidiertes Squalen dagegen viele. Squalan wurde ebenfalls getestet, doch die Zusammenfassung nennt dafür kein eigenes Ergebnis. [12]
In Zellkulturen steigerte oxidiertes Squalen Entzündungsbotenstoffe. [13] Bei 18 Menschen mit leichter Mitesser-Akne war der Squalengehalt des Talgs ähnlich wie bei 10 Gesunden, der Anteil oxidierten Squalens aber höher. [14] In einer Pilotstudie mit 9 jungen Männern enthielt der Talg bei Akne 2,2-mal so viel Squalen. [7] Die Befunde sind klein, uneinheitlich und zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen.
Squalan ist gesättigt und oxidiert deutlich schwerer. [1] Ob es auf der Haut Pickel verhindert, wurde aber nie geprüft. Bei unreiner Haut helfen der Ratgeber zu Pickeln und Akne und der Ratgeber zu Mitessern weiter.
Wie wendest du Squalan an?
Squalan gibt es pur als Gesichtsöl oder als Bestandteil von Cremes und Seren. In Produkten wurde es in Konzentrationen bis 96,8 % gemeldet. [5] Für Menge und Reihenfolge gibt es keine Studien. Die folgenden Hinweise stammen aus der Praxis und lassen sich an deine Haut anpassen.
- Wenig genügt: Ein bis drei Tropfen fürs Gesicht reichen meist.
- Nach wässrigen Produkten: Öl kommt über Seren, nicht darunter.
- Zum Schluss oder gemischt: Als letzter Pflegeschritt am Abend oder mit der Creme vermengt.
- Morgens: Danach folgt Sonnenschutz; ein Öl ersetzt ihn nicht.
- Kombinieren: Zum Beispiel mit einer Ceramid-Creme; mehr im Ceramide-Ratgeber.
Wegen seiner gesättigten Struktur gilt Squalan als stabil. [1] Riecht ein Öl trotzdem ranzig oder verändert es Farbe und Konsistenz, verwende es nicht weiter.
Was ist im Verlauf zu erwarten?
Squalan ist ein Pflegeöl ohne Anlaufzeit: Ob sich die Haut geschmeidiger anfühlt, merkst du gleich beim Auftragen. Messungen gibt es nur über wenige Stunden; in der Unterarmstudie war der Feuchtigkeitseffekt der Öle nach sechs Stunden kleiner als nach drei. [3] Langzeitstudien fehlen.
| Zeitraum | Worauf du achtest |
|---|---|
| Erste Anwendungen | Hautgefühl, Glanz, Verteilung |
| Erste Wochen | Neue Pickel oder Mitesser an den eingeölten Stellen? |
| Nach etwa vier Wochen | Bilanz ziehen: Brauchst du das Öl zusätzlich zur Creme? |
Die Zeiträume sind eine Orientierung aus der Praxis. Wenn du keinen Unterschied bemerkst, darfst du das Öl auch einfach weglassen.
Wie verträglich ist Squalan?
Squalan gilt als gut verträglich. Ein Expertengremium bestätigte 2023 seine Sicherheit in den üblichen Anwendungen und Konzentrationen. 2019 war Squalan in 2.785 Formeln gemeldet, das empfindlichere Squalen nur in 527 und in höchstens 1,2 %; trotz Hinweisen neuerer Studien auf ein Sensibilisierungspotenzial fand das Gremium keine relevanten klinischen Belege für Allergien. [5]
Das ist eine Sicherheitsbewertung und kein Wirksamkeitsnachweis; die Nutzungsdaten beruhen auf freiwilligen Meldungen aus den USA. [5] Reagiert deine Haut mit Rötung oder Juckreiz, kann das auch an anderen Bestandteilen der Formel liegen. [9]
Zu Schwangerschaft und Stillzeit enthalten unsere Quellen keine eigenen Daten. Besprich neue Produkte ärztlich, am besten mit der vollständigen Inhaltsliste.
Häufige Fragen
Ist Squalan gut für die Haut?
Als leichter Weichmacher kann Squalan trockene oder raue Haut geschmeidiger machen, und es gilt als gut verträglich. [4, 5] Einen Vorteil gegenüber anderen Ölen zeigen Studien aber nicht; in einem Vergleich unterschieden sich die Öle bei der Feuchtigkeit nicht. [3] Für mehr als ein angenehmes Pflegeöl fehlen Belege.
Passt Squalan zu Retinol?
Studien zu dieser Kombination enthalten unsere Quellen nicht. In der Praxis steht Squalan oft in derselben Abendroutine wie Retinol, um Trockenheit abzufedern. Ob das die typischen Reizungen durch Retinol verringert, ist nicht untersucht. Mehr zur Eingewöhnung findest du im Retinol-Ratgeber.
Ist Squalan für fettige Haut geeignet?
Das hat keine Studie gezielt geprüft, und auch zu Pickeln gibt es keine Daten am Menschen. Squalan fühlt sich leicht an; manche mit fettiger Haut kommen gut damit zurecht, andere empfinden jedes Öl als zu viel. In der Praxis hilft ein Versuch über einige Wochen. Treten mehr Unreinheiten auf, lass das Öl weg.
Kann ich Squalan pur als Gesichtsöl verwenden?
Reines Squalan ist als Gesichtsöl verbreitet; in Produkten wurde es mit bis zu 96,8 % gemeldet, und ein Expertengremium hält die üblichen Konzentrationen für sicher. [5] Wenige Tropfen genügen in der Praxis. Pures Öl ersetzt aber keine Pflege mit Feuchthaltemitteln; mehr im Ratgeber zur Feuchtigkeitscreme.
Quellen
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- Picardo M, Ottaviani M, Camera E, Mastrofrancesco A. Sebaceous gland lipids. Dermatoendocrinol. 2009;1(2):68-71. PubMed · DOI
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- Patel A, Bettiga M, Rova U, Christakopoulos P, Matsakas L. Microbial genetic engineering approach to replace shark livering for squalene. Trends Biotechnol. 2022;40(10):1261-1273. PubMed · DOI
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