KURZ GEANTWORTET

Mitesser sind offene Komedonen: Haarfollikel, deren Öffnung ein Pfropf aus Hornzellen und Talg verschließt. Der dunkle Punkt ist kein Schmutz. Wer Mitesser entfernen will, erreicht mit Ausdrücken meist nur eine vorübergehende Verbesserung; für Streifen und Masken fehlen unabhängige Studien. Salicylsäure setzt früher an, ist aber nur begrenzt belegt. [1, 2]

In diesem Artikel
  1. Wie entstehen Mitesser?
  2. Mitesser entfernen: Was bringt Ausdrücken?
  3. Porenstreifen, Peel-off-Masken und Porensauger
  4. Was hilft gegen Mitesser auf Dauer?
  5. Welche Produkte verstopfen Poren?
  6. Wie beugst du neuen Mitessern vor?
  7. Wann ist die Dermatologie die bessere Adresse?
  8. Häufige Fragen
  9. Quellen

Wie entstehen Mitesser?

Mitesser entstehen, wenn sich im Kanal eines Haarfollikels zu viele Hornzellen bilden und mit Talg einen Pfropf formen. Unter dem Mikroskop beginnt das als unsichtbarer Mikrokomedo; sichtbar wird es als Mitesser, als geschlossener weißer Komedo oder als größerer Makrokomedo. Alle drei sind Formen desselben Vorgangs. [1, 4]

Mikrokomedonen sind laut einer Übersicht die erste Stufe im Kreislauf der Komedonenbildung. Aus ihnen können nicht entzündete und entzündete Läsionen werden. Je zahlreicher und größer sie sind, desto schwerer ist die Akne tendenziell. [4, 1]

Mitesser sind damit eine nicht entzündete Form der Akne. Entzündete Pickel und ihre Ursachen behandelt der Ratgeber zu Pickeln und Akne.

Warum sind Mitesser schwarz?

Nicht wegen Schmutz, doch die genaue Ursache ist weniger klar, als oft behauptet wird. In einer kleinen elektronenmikroskopischen Untersuchung ausgedrückter schwarzer Mitesser fanden sich keine Melaninkörnchen. Die Autoren folgerten, dass Melanin, falls überhaupt vorhanden, als Quelle der Farbe ausscheidet. [3]

Ältere Arbeiten aus den 1970er-Jahren hatten dagegen Melanin beschrieben; die Frage gilt als offen. Die oft gelesene Erklärung, der Talg oxidiere an der Luft und dunkle deshalb nach, hat keine der von uns gesichteten Studien direkt geprüft. [3] Für den Alltag heißt das: Die Farbe ist kein Zeichen mangelnder Hygiene.

Mitesser an der Nase oder Talgfäden?

Viele graue Punkte auf der Nase sind keine Mitesser, sondern Talgfäden. Eine mikroskopische Arbeit beschreibt sie als weißlich-gelbliche, zylindrische Gebilde aus 10 bis 30 Lagen Hornzellen, Bakterien, Talg, Zellresten und einem Härchen. Sie finden sich vor allem in der Gesichtsmitte und an den Nasenflügeln, nach der Pubertät und bei großen Poren und fettiger Haut. [5]

Die Autoren halten sie für eine häufige, normale Variante des Talgdrüsenfollikels. Nach dem Ausdrücken füllte sich der Follikel innerhalb von 30 Tagen wieder. Die Arbeit stammt von 1976 und war keine klinische Studie. [5]

Als grobe Orientierung gilt in der Praxis: Mitesser sind einzelne, deutlich dunkle Punkte; Talgfäden stehen gleichmäßig verteilt, wirken heller und kehren nach dem Ausdrücken zurück. Mehr zum Porenbild im Ratgeber zu großen Poren.

Dass die Nase so auffällt, passt zu diesem Bild: Die Gesichtsmitte ist besonders reich an Talgdrüsen. [5] Wer die Nase täglich schrubbt oder mit Streifen bearbeitet, riskiert in der Praxis vor allem Rötung und Schuppung, ohne dass die Punkte wegbleiben.

Mitesser entfernen: Was bringt Ausdrücken?

Mitesser entfernen durch Ausdrücken bringt eine sichtbare, aber vorübergehende Verbesserung. Selbst in der dermatologischen Praxis, wo mit einem Komedonenquetscher gearbeitet wird, halten die Autoren einer Studie die Wirkung für vorübergehend und weisen auf mögliche Reizung hin. [2] Zu Hause fehlt zudem die Kontrolle über Druck und Sauberkeit.

In dieser Studie wurden Menschen mit vielen Komedonen viermal im Abstand von zwei Wochen behandelt: eine Gesichtshälfte mit einem Laser, die andere mit dem Komedonenquetscher. Nach vier Sitzungen sank die Zahl der Komedonen auf der Quetscherseite im Mittel um 46,36 %, auf der Laserseite um 64,49 %. Mehr als halbiert wurde sie bei 37,5 % beziehungsweise 79,16 % der Behandelten. [2]

Ernste oder bleibende Nebenwirkungen traten nicht auf. Die Studie lief jedoch an einem einzigen Zentrum, nennt in der Zusammenfassung keine Teilnehmerzahl und hatte keine unbehandelte Vergleichsseite. Auf das Drücken vor dem Badezimmerspiegel lässt sie sich nicht übertragen. [2]

In einem Werkzeug zur Einschätzung des Risikos für eingesunkene Aknenarben ist das Manipulieren von Läsionen, also Drücken und Kratzen, einer von vier Faktoren. Ursache und Wirkung wurden dabei nicht gemessen, und es geht um Akne allgemein, nicht speziell um Mitesser. [6] Dass Drücken zu Hause Entzündungen auslöst, hat nach unserer Recherche keine Studie direkt untersucht. Mehr zu Narben im Ratgeber zu Pickelmalen und Aknenarben.

Was ist mit tiefsitzenden Mitessern?

Große, tief sitzende Mitesser, fachlich Makrokomedonen, entstehen laut einer Übersicht durch denselben Prozess wie kleine. [1] Lösen sie sich nicht mit leichtem Druck, sind Fingernägel, Nadeln oder Metallschlingen keine gute Idee.

Ob eine professionelle Entfernung oder eine andere Behandlung infrage kommt, beurteilt die Dermatologie. Die Studie oben zeigt, dass auch das Ausdrücken in der Praxis nur vorübergehend wirkt und Reizungen möglich sind. [2]

Porenstreifen, Peel-off-Masken und Porensauger

Für Porenstreifen, abziehbare Masken und Porensauger mit Unterdruck haben wir keine kontrollierte Studie mit auswertbarer Zusammenfassung gefunden. Ob und wie gut sie Mitesser entfernen, ist damit nicht unabhängig belegt. Was am Streifen hängen bleibt, sieht eindrucksvoll aus, sagt aber wenig darüber, wie lange die Poren frei bleiben.

In der Praxis gilt: Die Wirkung ist vorübergehend, und Kleber, Zug und Unterdruck können die Haut reizen und röten. Wer sie nutzt, tut das besser selten, nicht auf gereizter oder entzündeter Haut und nicht direkt nach einem Säurepeeling. Wie du gereizte Haut entlastest, beschreibt der Ratgeber zur Hautbarriere.

Ähnlich steht es um Gesichtsdampf und heiße Kompressen, die Poren angeblich öffnen: Auch dazu haben wir keine Studie gefunden. Wärme kann sich angenehm anfühlen, macht das Drücken danach aber nicht zu einer schonenden Methode, und empfindliche Haut reagiert auf Hitze oft mit Rötung.

Was hilft gegen Mitesser auf Dauer?

Was gegen Mitesser hilft, setzt an der Verhornung im Follikel an, nicht an der Oberfläche. Am häufigsten untersucht sind Salicylsäure in Pflegeprodukten und Retinoide, die ärztlich verordnet werden. Die Belege sind unterschiedlich stark, stammen oft aus kleinen Studien, und keine davon zeigt, dass Mitesser ohne weitere Pflege wegbleiben.

Wie gut ist Salicylsäure belegt?

Salicylsäure hilft, die äußere Hautschicht abzulösen, und lockert Verbindungen zwischen Hornzellen; ihre Wirkung auf Komedonen erklärt, warum sie in Peelings eingesetzt wird. [7] Die Akneleitlinie von 2024 gibt ihr nur eine bedingte Empfehlung, und ein Cochrane-Review bewertete die Belege als niedrig bis sehr niedrig. [8, 9]

Zu Mitessern gibt es nur kleine Studien. In einer Untersuchung von 1989 mit 30 Personen nahmen Komedonen nur mit einem Reiniger mit 2 % Salicylsäure deutlich ab, nicht mit einem Benzoylperoxid-Waschgel. Jede Phase dauerte allerdings nur zwei Wochen, und ob randomisiert wurde, geht aus der Zusammenfassung nicht hervor. [10]

In einer neueren Studie nutzten 83 Erwachsene acht Wochen lang ein Serum mit Salicylsäure und einer verwandten Säure, die Hälfte zusätzlich eine Maske. Beide Gruppen hatten danach unter anderem weniger offene Komedonen an der Nase. Eine Gruppe ohne Wirkstoff fehlte, die Studie war vermutlich herstellerfinanziert; wie viel das Serum selbst bewirkte, bleibt offen. [11] Mehr dazu im Salicylsäure-Ratgeber.

Und Retinoide?

Topische Retinoide gehören laut Leitlinie zu den stark empfohlenen Aknemitteln; gemeint sind ärztlich verordnete Präparate. [8] In einer kleinen Studie mit 49 Personen sank die Zahl der Mikrokomedonen nach 20 Wochen unter einem solchen Retinoid stärker als unter einem wirkstofffreien Präparat, um 53,5 beziehungsweise 50,6 gegenüber 42,1. [12]

Ob kosmetisches Retinol bei Mitessern hilft, hat keine der hier ausgewerteten Studien direkt geprüft; mehr dazu im Retinol-Ratgeber. Ob eine ärztliche Behandlung sinnvoll ist, entscheidet die Dermatologie. Auch Teebaumöl wird oft gegen Mitesser genannt; was dazu bekannt ist, steht im Teebaumöl-Ratgeber.

Welche Produkte verstopfen Poren?

Ob ein Produkt Mitesser fördert, lässt sich an einer einzelnen Zutat kaum ablesen. Das Konzept der Komedogenität entstand aus Tierversuchen mit Rohstoffen und der Annahme, fertige Produkte mit diesen Stoffen seien ebenfalls komedogen. Daraus wurden Listen mit Stoffen, die man meiden sollte. [13]

Ein Modell von 1982 übertrug Tests vom Kaninchenohr auf den Menschen: Stoffe wurden einen Monat lang abgedeckt auf den oberen Rücken junger Männer mit großen Follikeln aufgetragen. Das Kaninchenohr erwies sich als empfindlicher als menschliche Haut. [14]

2006 wurden fertige Kosmetika bei sechs Personen mit Neigung zu Komedonen vier Wochen lang unter Pflaster auf dem Rücken getestet. Ergebnis: Produkte mit angeblich komedogenen Zutaten waren nicht zwangsläufig komedogen. [13]

Beide Studien sind klein, alt und nutzen abgedeckte Rückenhaut statt normaler Anwendung im Gesicht. Punktelisten zur Komedogenität sind deshalb eine grobe Orientierung, keine verlässliche Vorhersage. Wie du Inhaltslisten einordnest, zeigt der Ratgeber zur INCI-Liste.

Wie beugst du neuen Mitessern vor?

Vorbeugung hat bisher keine Studie direkt untersucht. Eine Übersicht hält es für sinnvoll, bei den unsichtbaren Mikrokomedonen anzusetzen, um neue Läsionen und Rückfälle zu verringern; das ist die Einschätzung der Autoren, kein Nachweis. [4] Die folgenden Punkte sind deshalb Praxishinweise, keine Studienergebnisse.

  1. Mild reinigen: abends einmal gründlich, ohne Schrubben und ohne heißes Wasser.
  2. Einen Wirkstoff wählen: etwa Salicylsäure, und ihm einige Wochen geben, bevor du urteilst.
  3. Neues einzeln einführen: So erkennst du eher, welches Produkt deine Poren verstopft.
  4. Hände weg: nicht drücken, Streifen und Masken höchstens gelegentlich.
  5. Leichte Texturen testen: Wer zu Mitessern neigt, kommt mit leichteren Cremes oft besser zurecht.

Ganz verschwinden werden Mitesser und Talgfäden an der Nase bei vielen nicht. Ein realistisches Ziel ist ein ruhigeres Porenbild mit weniger Drang zum Drücken.

Wann ist die Dermatologie die bessere Adresse?

Dermatologischer Rat ist sinnvoll, wenn sehr viele Mitesser bestehen, sich häufig entzünden, große Makrokomedonen stören oder Narben entstehen. Auch wer nach einigen Wochen konsequenter Pflege keine Veränderung sieht, bekommt dort eine fundierte Einschätzung. Über eine Behandlung, auch mit verschreibungspflichtigen Mitteln, entscheidet die Praxis.

Kleine, feste weiße Punkte, die sich nicht ausdrücken lassen, sind nicht immer geschlossene Komedonen. Dahinter können auch Milien stecken, kleine Keratinzysten; mehr dazu im Ratgeber zu Milien. Statt länger zu drücken, lohnt sich hier ein fachlicher Blick.

Welche Frage beantworten die Daten? Aknestudien erfassen nicht unbedingt Mitesser getrennt von anderen Hautveränderungen. Die Evidenz zu Salicylsäure wurde als niedrig oder sehr niedrig bewertet. Daraus lässt sich kein bestimmtes Mitesserprodukt als wirksamste Wahl ableiten. [9]

Häufige Fragen

Was sind Mitesser?

Mitesser sind offene Komedonen: kleine Pfropfen aus Hornzellen und Talg in der Öffnung eines Haarfollikels. Sie gehören zu den nicht entzündeten Formen der Akne und entwickeln sich aus unsichtbaren Mikrokomedonen. Der dunkle Punkt ist kein Schmutz; woher die Farbe genau kommt, ist in der Forschung umstritten. [1, 3]

Soll man Mitesser ausdrücken?

Besser nicht selbst. Sogar professionelles Ausdrücken wirkt laut einer Studie nur vorübergehend und kann reizen. [2] Zu Hause kommen Fingernägel und fehlende Hygiene hinzu. Wer es trotzdem tut, sollte in der Praxis nur sanft vorgehen, mit sauberen Händen und ohne Nadeln; was sich nicht leicht löst, bleibt besser, wo es ist.

Kommen Mitesser nach dem Entfernen wieder?

Meist ja, denn der Vorgang im Follikel läuft weiter; auch nach professionellem Ausdrücken ist die Wirkung vorübergehend. [2] Talgfäden, die oft mit Mitessern verwechselt werden, füllten sich in einer älteren Untersuchung innerhalb von 30 Tagen wieder. [5] Eine verträgliche, regelmäßige Pflege bringt deshalb mehr als gelegentliches kräftiges Ausquetschen.

Sind Mitesser schon Akne?

Mitesser sind Komedonen und damit eine Form der Akne, allerdings eine nicht entzündete. [1] Ob man bei einzelnen Mitessern an der Nase von einer behandlungsbedürftigen Akne spricht, hängt von Menge, Entzündung und Verlauf ab. Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber zu Pickeln und Akne.

Quellen

  1. Cunliffe WJ, Holland DB, Jeremy A. Comedone formation: etiology, clinical presentation, and treatment. Clin Dermatol. 2004;22(5):367-374. PubMed · DOI
  2. Yang MY, Qiao SM, Ning DC, Ding YH, Zeng WH, Wang Z. Treatment effect of ultra-pulse dynamic CO2 laser and comedone extractor in dense comedones: a prospective, randomized, split-face, evaluator-blind, controlled clinical trial. Lasers Med Sci. 2024;39(1):233. PubMed · DOI
  3. Zelickson AS, Mottaz JH. Pigmentation of open comedones. An ultrastructural study. Arch Dermatol. 1983;119(7):567-569. PubMed
  4. Xie L, Hamblin MR, Zheng D, Wen X. The role of microcomedones in acne: Moving from a description to treatment target? J Dtsch Dermatol Ges. 2024;22(1):9-16. PubMed · DOI
  5. Plewig G, Wolff HH. [Sebaceous filaments (author’s transl)]. Arch Dermatol Res (1975). 1976;255(1):9-21. PubMed · DOI
  6. Tan J, Thiboutot D, Gollnick H, et al. Development of an atrophic acne scar risk assessment tool. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2017;31(9):1547-1554. PubMed · DOI
  7. Arif T. Salicylic acid as a peeling agent: a comprehensive review. Clin Cosmet Investig Dermatol. 2015;8:455-461. PubMed · DOI
  8. Reynolds RV, Yeung H, Cheng CE, et al. Guidelines of care for the management of acne vulgaris. J Am Acad Dermatol. 2024;90(5):1006.e1-1006.e30. PubMed · DOI
  9. Liu H, Yu H, Xia J, et al. Topical azelaic acid, salicylic acid, nicotinamide, sulphur, zinc and fruit acid (alpha-hydroxy acid) for acne. Cochrane Database Syst Rev. 2020;5(5):CD011368. PubMed · DOI
  10. Shalita AR. Comparison of a salicylic acid cleanser and a benzoyl peroxide wash in the treatment of acne vulgaris. Clin Ther. 1989;11(2):264-267. PubMed
  11. Li S, He X, Zhang Z, et al. Efficacy and safety of a facial serum and a mask containing salicylic acid and lipohydroxy acid in acne management: A randomized controlled trial. J Cosmet Dermatol. 2023;22(9):2502-2511. PubMed · DOI
  12. Thielitz A, Sidou F, Gollnick H. Control of microcomedone formation throughout a maintenance treatment with adapalene gel, 0.1%. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2007;21(6):747-753. PubMed · DOI
  13. Draelos ZD, DiNardo JC. A re-evaluation of the comedogenicity concept. J Am Acad Dermatol. 2006;54(3):507-512. PubMed · DOI
  14. Mills OH, Kligman AM. A human model for assessing comedogenic substances. Arch Dermatol. 1982;118(11):903-905. PubMed
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