Poren sind die Öffnungen der Haarfollikel, in die Talgdrüsen münden. Groß wirken sie vor allem bei viel Talg, nachlassender Elastizität und größeren Follikeln; medizinisch ist das kein Problem, sondern eine kosmetische Frage. Sonnenschutz, Talgkontrolle und Retinoide können das Porenbild beeinflussen. Dass sich Poren schließen lassen, zeigt keine Studie. [1, 2]
In diesem Artikel
Was sind Poren eigentlich?
Poren sind die sichtbaren Öffnungen der Haarfollikel, in die Talgdrüsen münden. Ihre Größe hängt von Alter, Geschlecht, Genen, UV-Licht, Herkunft und Talgmenge ab. Große Poren gelten laut einer Übersicht nicht als medizinisches Problem, sondern als kosmetisches Anliegen, dessen Ursachen nicht vollständig geklärt sind. [2, 1]
Über diese Öffnungen gelangt der Talg an die Hautoberfläche. Poren sind also kein Makel, der verschwinden müsste, sondern ein normaler Teil der Haut. Verstopfte Poren sind etwas anderes als große Poren; mehr dazu im Ratgeber zu Mitessern.
Ab wann gelten Poren als groß?
Eine feste Grenze gibt es nicht; über Definition und Messkriterien herrscht keine Einigkeit. [1] In Studien werden Poren mit digitalen Bildern, durch ärztliche Einschätzung oder über die Zufriedenheit der Teilnehmenden bewertet. [2]
Am deutlichsten fallen große Poren an Nase und Stirn auf, weniger an den Wangen. [3] Im Alltag zählt vor allem, ob sie dich stören, nicht ein bestimmter Millimeterwert.
Warum werden Poren größer?
Als drei klinische Hauptgründe nennt eine Übersicht viel Talg, nachlassende Elastizität rund um die Pore und ein größeres Volumen des Haarfollikels. Dazu kommen wiederkehrende Akne, Geschlechtshormone und die Pflegeroutine. Weil die Gründe von Person zu Person verschieden sind, empfehlen die Autoren einen individuellen Ansatz. [1]
Die folgende Übersicht fasst zusammen, was die Einzelstudien in diesem Abschnitt zeigen:
| Einfluss | Befund | Evidenz |
|---|---|---|
| Talg | mehr Talg, größere oder mehr Poren | Moderat |
| Elastizität und Alter | weniger Elastizität, mehr Poren; Alter widersprüchlich | Begrenzt |
| Geschlecht | Männer teils mit mehr Poren | Begrenzt |
| Zyklus | Poren um den Eisprung größer | Begrenzt |
| Akne | mehr Poren, Schwere ohne Zusammenhang | Begrenzt |
| Gene und UV-Licht | genannt, kaum direkt gemessen | Begrenzt |
Talg
In einer Studie mit 30 Männern und 30 Frauen hingen große Poren am stärksten mit der Talgmenge zusammen, danach mit männlichem Geschlecht und dem Alter. Bei Männern war der Zusammenhang zwischen Talg und Porengröße enger (r = 0,47 gegenüber 0,38 bei Frauen). [4]
Eine zweite, gleich große Studie fand ebenfalls mehr Poren bei mehr Talg. [5] Beide Studien sind klein, stammen aus Korea und zeigen Zusammenhänge, keine Ursache.
Alter und Elastizität
In der zweiten Studie nahmen die Poren zu, je geringer die Elastizität der Haut war; das Alter selbst zeigte dort keinen deutlichen Zusammenhang. [5] Eine Bildanalyse von 434 Gesichtern fand dagegen, dass die Zahl großer Poren mit dem Alter stieg, deutlich vor allem zwischen 30 und 40, und mit stärkeren Falten einherging. [3]
Bei 116 koreanischen Frauen zwischen 20 und 60 wuchs die Porenfläche bis in die Vierziger und nahm danach wieder ab; die Poren wurden aber stufenweise länglicher, von rund zu elliptisch. [6] Die Befunde widersprechen sich teilweise und stammen fast nur aus Asien.
Geschlecht, Zyklus und Akne
Männer hatten in zwei Studien größere oder mehr Poren, in der Bildanalyse von 434 Gesichtern zeigte sich kein Unterschied. [4, 5, 3] Bei Frauen waren die Poren um den Eisprung herum deutlich größer (P = 0,008), allerdings in einer kleinen Studie. [4] Mehr über hormonelle Schwankungen im Ratgeber zu Zyklus und Haut.
Akne ging mit mehr Poren einher, die Schwere der Akne in beiden Studien aber nicht mit der Porengröße. [5, 4] Zu Pickeln selbst mehr im Ratgeber zu Pickeln und Akne.
Herkunft, Gene und Sonne
Gene und UV-Licht werden in Übersichten als Einflüsse genannt, direkt gemessen hat sie aber keine der hier ausgewerteten Studien. [2, 4]
Unterschiede zwischen Herkunftsgruppen zeigte eine kleine Studie mit 80 Frauen zwischen 30 und 39 in den USA: Asiatische Teilnehmerinnen hatten die kleinste Porenfläche, bei afroamerikanischen Teilnehmerinnen war die Struktur um die Pore stärker verändert. Die Forschenden arbeiteten für einen Kosmetikhersteller. [7]
Kann man Poren verfeinern?
Poren verfeinern im Sinne von weniger auffällig machen: teilweise, ja. Poren verkleinern oder verschließen: dafür gibt es keinen Beleg. Das Porenbild wurde bisher vor allem als Nebenergebnis von Studien zur Lichtalterung gemessen, teils nur nach dem Urteil der Teilnehmenden statt mit objektiver Messung. [8, 9]
Eine Übersicht über 19 klinische Studien mit 591 Personen, zu 83,7 % Frauen zwischen 18 und 80, fand, dass mehrere Sitzungen und Kombinationen von Verfahren Porenfläche und -zahl verbesserten. Die Studien waren klein und überwiegend zu Geräten und Lasern; eine systematische Qualitätsbewertung fehlte. [2]
Die Autoren raten, bei Jüngeren vor allem den Talg zu kontrollieren und in höherem Alter zusätzlich die Hauterneuerung zu unterstützen. [2] Einen porenlosen Teint, wie ihn Filter zeigen, verspricht keine der Studien.
Was verfeinert Poren? Wirkstoffe im Überblick
Was Poren verfeinert, ist nur für wenige Wirkstoffe untersucht und fast immer im Rahmen anderer Fragestellungen. Die meisten Daten gibt es zu Retinoiden aus Studien zur Lichtalterung. Für Niacinamid und Salicylsäure fehlen kontrollierte Studien, die die Porengröße direkt messen; untersucht sind dort vor allem Talg und Komedonen. [8, 10]
Retinol und Retinoide
In einer Studie mit 125 Personen mit Lichtschäden berichteten jene, die 24 Wochen lang das verschreibungspflichtige Retinoid Tretinoin nutzten, deutlich häufiger über bessere Poren als die Placebogruppe. Hautabdrücke zeigten aber keine messbare Veränderung der Oberfläche. [8]
Bei 120 Frauen verbesserten eine Creme mit 0,2 % Retinol und einem weiteren Wirkstoff sowie Tretinoin nach drei Monaten Falten, Flecken und Poren gleichermaßen; die Retinolcreme wurde besser vertragen. Es gab aber keine Placebogruppe, alle nutzten morgens LSF 50, und die Studie war herstellerfinanziert. [9]
Eine kosmetische Formel mit Retinylpropionat, Niacinamid und einem dritten Wirkstoff verbesserte in 16 Wochen die Poren ähnlich wie Tretinoin, bei weniger Reizung. Welcher Bestandteil wirkte, lässt sich nicht trennen. [11] Mehr dazu im Retinol-Ratgeber; ob und in welcher Reihenfolge du Retinol und Niacinamid kombinieren kannst, steht in einem eigenen Ratgeber.
Niacinamid
Eine Feuchtigkeitscreme mit 2 % Niacinamid senkte in einer japanischen Studie mit 100 Personen die Talgausscheidung nach zwei und vier Wochen deutlich. In einer US-Studie mit 30 Personen nahm nach sechs Wochen nur die Talgmenge auf der Oberfläche ab, nicht die Ausscheidungsrate. [10] Weniger Talg auf der Oberfläche kann die Haut matter wirken lassen; ob Poren dadurch kleiner erscheinen, wurde nicht gemessen.
Eine kontrollierte Studie, die Niacinamid allein und die Porengröße direkt misst, haben wir nicht gefunden. Mehr dazu im Niacinamid-Ratgeber.
Salicylsäure
Salicylsäure hilft, die äußerste Hautschicht abzulösen, und wirkt auf Komedonen, weshalb sie in Peelings eingesetzt wird; die Akneleitlinie empfiehlt sie bei Akne bedingt. [12, 13] Dass tägliche Produkte mit Salicylsäure Poren verkleinern, zeigt keine kontrollierte Studie. Sinnvoll sein kann sie, wenn verstopfte Poren das Bild prägen; mehr im Salicylsäure-Ratgeber.
Öffnet warmes Wasser die Poren?
Dass warmes Wasser oder Dampf Poren öffnet und kaltes Wasser sie schließt, ist weit verbreitet. Eine Studie, die das prüft, haben wir bei unserer Recherche im September 2026 nicht gefunden. Die Vorstellung ist damit weder bestätigt noch widerlegt. In der Praxis reagiert empfindliche Haut auf Hitze allerdings oft mit Rötung.
Kaltes Wasser kann sich straffend anfühlen; das ist ein Gefühl, kein gemessener Porenbefund. Lauwarmes Wasser ist ein praktischer Kompromiss. Wie du die Haut beim Waschen schonst, erklärt der Ratgeber zur Hautbarriere.
Hilft Sonnenschutz gegen große Poren?
Möglicherweise, aber nur indirekt belegt. UV-Licht zählt zu den genannten Einflüssen auf Poren, und Poren nehmen mit nachlassender Elastizität zu. [2, 5] In einer großen Studie mit 903 Erwachsenen unter 55 zeigte sich bei täglichem Breitband-Sonnenschutz nach 4,5 Jahren 24 % weniger Hautalterung als bei gelegentlicher Anwendung. Poren wurden dabei nicht eigens gemessen. [14]
In einer Studie mit 67 eineiigen Zwillingspaaren hatten Geschwister, die rauchten oder keinen Hautschutz nutzten, eine rauere Hautstruktur oder mehr Falten; für Poren gab es keinen eigenen Befund. [15]
Sonnenschutz ist also eine vernünftige Grundlage, sein Effekt auf Poren bleibt eine Schlussfolgerung. Mehr im Sonnenschutz-Ratgeber.
Wie sieht eine schlichte Routine aus?
Eine schlichte Routine für große Poren setzt an Glanz und Hautqualität an, nicht an der Pore selbst. Die folgenden Schritte sind Praxishinweise, keine Studienergebnisse, und müssen nicht alle gleichzeitig beginnen. Wichtiger als viele Produkte ist, dass du sie verträgst und über Monate beibehältst.
- Mild reinigen: morgens und abends lauwarm, ohne Schrubben.
- Leichte Feuchtigkeitspflege: Auch fettige Haut verträgt eine Creme; Gele oder Fluids sind oft angenehmer.
- Täglicher Sonnenschutz: als Schutz vor Lichtalterung.
- Ein Wirkstoff am Abend: etwa Retinol mit langsamer Steigerung, oder Salicylsäure bei verstopften Poren.
- Geduld: Die Retinoidstudien liefen drei bis sechs Monate. [9, 8]
Primer und mattierende Puder können Poren optisch kaschieren. Das ist legitim, verändert die Haut aber nicht.
Was du besser lässt: kräftiges Schrubben, Peelings mit groben Körnern und das Ausdrücken jeder dunklen Pore. Das reizt die Haut, und einen Nutzen für das Porenbild hat keine Studie gezeigt.
Wann lohnt sich dermatologischer Rat?
Dermatologischer Rat lohnt sich, wenn große Poren mit vielen Mitessern, entzündeter Akne oder Narben einhergehen oder dich stark belasten. In der Praxis lässt sich klären, ob eher Talg, Akne oder Lichtalterung dahintersteckt. Laser und andere Geräte wurden in meist kleinen Studien untersucht; ob sie infrage kommen, beurteilt die Dermatologie. [2]
Eingesunkene Stellen nach Pickeln sind übrigens keine großen Poren, sondern Narben. Sie brauchen eine andere Einschätzung.
Häufige Fragen
Was tun gegen große Poren?
Realistisch: Talg in Schach halten, täglich Sonnenschutz nutzen und einem verträglichen Retinoid einige Monate Zeit geben. Das kann das Porenbild ruhiger machen. Die Belege stammen aber meist aus Studien zur Lichtalterung, in denen Poren nur ein Nebenergebnis waren. [8, 9] Für Schrubben, Porenstreifen oder Eiswürfel haben wir keine Belege gefunden.
Kann man Poren schließen?
Dafür gibt es keinen Beleg. Keine der hier ausgewerteten Studien zeigt, dass sich Poren verschließen lassen, auch nicht mit kaltem Wasser oder adstringierendem Gesichtswasser. Verändern lässt sich, wie auffällig Poren wirken, etwa über weniger Glanz und eine gleichmäßigere Hautoberfläche. Behandlungen in der Praxis verbesserten in Studien Porenfläche und -zahl, die Daten sind aber klein. [2]
Sind große Poren verstopft?
Nicht unbedingt. Große Poren sind vor allem eine Frage von Talg, Elastizität und Follikelgröße. [1] Graue Punkte in großen Poren an der Nase können auch Talgfäden sein. Echte Mitesser sind verstopfte Poren; wie du beides unterscheidest, erklärt der Ratgeber zu Mitessern.
Werden Poren im Alter größer?
Teilweise. In einer Bildanalyse stieg die Zahl großer Poren vor allem zwischen 30 und 40. [3] Bei koreanischen Frauen wuchs die Porenfläche bis in die Vierziger und nahm danach ab, während die Poren länglicher wurden. [6] Nachlassende Elastizität spielt dabei vermutlich eine Rolle. [5]
Quellen
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- Jung HJ, Ahn JY, Lee JI, et al. Analysis of the number of enlarged pores according to site, age, and sex. Skin Res Technol. 2018;24(3):367-370. PubMed · DOI
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- Kim BY, Choi JW, Park KC, Youn SW. Sebum, acne, skin elasticity, and gender difference - which is the major influencing factor for facial pores? Skin Res Technol. 2013;19(1):e45-53. PubMed · DOI
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